Ergänzungsband

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

Verheerende Waldbrände, Überflutungen, Dürren und Tornados – nahezu täglich Katastrophenmeldungen. Eine Reihe von irreversiblen Zerstörungs- und Selbstzerstörungsprozessen in der Natur entfalten sich. Sie stellen das Überleben der Menschen in immer mehr Regionen in Frage. Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!

Die Hauptverantwortlichen für diese Entwicklung sind die internationalen Übermonopole. In ihrer Jagd nach Maximalprofit gehen sie gnadenlos und wider
besseren Wissens über den dringend nötigen Umweltschutz und akut gebotene Sofortmaßnahmen hinweg.

Zig Millionen Menschen rebellieren gegen Umweltzerstörung und verhalten sich umweltbewusst. Die Menschheit will nicht in der Umweltkatastrophe untergehen! Doch welchen Weg müssen wir gehen, um das zerstörerische Treiben des Imperialismus zu beenden? Darauf gibt dieses Buch Antwort.

Notwendig ist ein gesellschaftsverändernder Kampf. Es braucht eine breite Bewegung für die Rettung der Menschheit. Der echte Sozialismus entspringt nicht mehr nur dem Klasseninteresse der Arbeiter. Er ist notwendig für das Überleben der Menschheit.

Das vorliegende Buch ist der Ergänzungsband zu dem 2014 erschienenen Buch »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Ein-
heit von Mensch und Natur?«

Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit! Das Buch fordert den Leser heraus, Position zu beziehen.

Im Buchhandel erschienen unter:

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

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Ausgabe Revolutionärer Weg:

Ergänzungsband 35/2023: Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen, ab 12,50 €.

Leseprobe

Einleitung

V. Der zwiespältige Charakter der UNO-Klimaberichte 2021–2023

VI. Von der globalen Umweltkrise zur globalen Umweltkatastrophe

VII. Wesentliche Merkmale der globalen Umweltkatastrophe

A. Die Entwicklung der bisherigen Hauptmerkmale der globalen Umweltkrise

A.1. Von der Klimakrise zur Weltklimakatastrophe

A.2. Die nachhaltige Zerstörung der Ozonschicht

A.3. Die Gefahr umkippender Weltmeere

A.4. Beschleunigte Vernichtung der Wälder

A.5. Das Artensterben und die Zerstörung von Ökosystemen

A.6. Der immer rücksichtslosere Raubbau an Naturstoffen

A.7. Neue Qualität der Vermüllung, Vergiftung und Verschmutzung der Biosphäre

A.8. Unverantwortliche Renaissance der Atomenergie

A.9. Regionale Umweltkatastrophen in neuer Quantität und Qualität

B. Neue Hauptfaktoren der globalen Umweltkatastrophe

B.10. Irreversible Störungen der Meeresströmungen und Jetwinde

B.11. Extremhitze und -kälte als unmittelbare Bedrohung des menschlichen Lebens

B.12. Die ungezügelte Ausbreitung von Waldbränden

B.13. Drohende globale Trinkwasserkatastrophe

B.14. Monopolistische Agrarindustrie gefährdet Umwelt und Ernährung der Menschheit

B.15. Umweltkatastrophe und Weltkriegsgefahr

B.16. Umweltpolitische Gefahren der imperialistischen Politik im Weltall

B.17. Die globale Umweltkatastrophe erzwingt riesige Fluchtbewegungen

VIII. Die proletarische Strategie und Taktik im Umweltkampf

1. Erweiterung der marxistisch-leninistischen Strategie

2. Die Weiterentwicklung der proletarischen Strategie und Taktik des Umweltkampfs

3. Die erweiterte Strategie und Taktik im Kampf um die Denkweise

4. Merkmale der neuen Qualität des internationalen Umweltkampfs

5. Der Aufbau des Sozialismus in der globalen Umweltkatastrophe

IX. Leitlinien für ein erweitertes Kampfprogramm der Sofort- und Schutzmaßnahmen gegen
die globale Umweltkatastrophe

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen

Rezensionen

Die PRT (Partido Revolucionario de los Trabajadores) schreibt:

Was Euer neues Buch angeht, so habe ich vor, ... (es) zusammen mit einigen anderen Genossen irgendwann im Laufe des Jahres zu studieren, denn wir haben hier in Spanien immer wieder schwere Dürreperioden, die auf die Misswirtschaft der bürgerlichen Regierung mit den Wasserressourcen zurückzuführen sind, und die Situation wird immer schlimmer. Die MLPD scheint eine der lautstärksten revolutionären Parteien in dieser Frage des Klimawandel-Notstands in der internationalen Szene zu sein, und ich hoffe, dass wir euch bei unserem nächsten Treffen eine fundierte Meinung sowohl zu diesem Thema als auch zu euren Veröffentlichungen geben können.

Wir haben derzeit einige Genossinnen und Genossen, die in Andorra leben, wo sie politische Arbeit leisten. Zu gegebener Zeit werden wir eine gründliche Analyse für dieses Land und die gemeinsamen Probleme mit dem katalanischen Teil der Pyrenäen erstellen, auf den wir unsere Tätigkeit ausweiten wollen. Das wird uns unweigerlich zum Thema Klimawandel und Umweltaktivismus führen, was eine klare marxistische Analyse dringend nötig hat“

Wir dokumentieren hier einen Beitrag von Prof. Dr. Jean Ziegler von der Homepage der Offenen Akademie

Prof. Dr. Jean Ziegler, Genf , Mitglied des Beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats, Mitglied des Beirats der Offenen Akademie, schrieb uns am 20.02.2024:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde!

Ich unterstütze Euer Vorhaben zur Durchführung der „Strategiekonferenz zur Rettung der Lebensgrundlagen der Menschheit“ aus vollem Herzen!

Der Ausbruch der globalen Umweltkatastrophe stellt das Überleben der Menschheit infrage. Ich kenne das Buch von Stefan Engel dazu. Es ist ausgezeichnet.
Wird sie nicht gestoppt oder eingedämmt, wird es verheerend für Milliarden Menschen sein. Dann kommt die Menschheit in die Barbarei. Das ist eine sehr ernste Sache.

Wir müssen beraten, wie das verhindert werden kann. Eure Überlegung, die Arbeiterschaft, Wissenschaftler und Umweltbewegung zusammen zu bringen ist dafür eine ausgezeichnete Idee. Das ist eine starke Kraft. Ich unterstütze das.

Man muss den Dingen auch auf den Grund gehen. Meine Überzeugung ist, dass die Ausbeutung von Mensch und Natur überwunden werden muss.

Leider kann ich nicht persönlich an der Konferenz dabei sein.

Ich bin froh, dass es Euch gibt und ihr eine so bedeutende Arbeit macht.

Ich wünsche Euch allen aus vollem Herzen viel Erfolg!
Es grüßt Euch herzlich voller Solidarität und Bewunderung

Euer Jean Ziegler

https://offene-akademie.org/prof-jean-ziegler-unterstuetzt-den-aufruf-der-strategiekonferenz-2024-zur-rettung-der-lebensgrundlagen-der-menschheit/

Dieses Buch ist in seiner Analyse sehr umfassend. Es untersucht nicht nur das Klima, sondern alle Seiten der sich entwickelnden Umweltkatastrophe: Meeresströmungen, Ozonloch, Vermüllung der Meere.... Besonderen Wert wird auf die Zusammenhänge der verschiedenen Einzelkrisen und die quantifizierte Bewertung gelegt. In dieser wissenschaftlichen Herangehensweise ist das Buch einmalig.

Beim Klima sind Kipppunkte überschritten mit dem Auftauen der Permafrostböden und dem Abschmelzen der Polkappen. Dies ist nicht wieder rückgängig zu machen. Die Bewertung, dass die globale Umweltkatastrophe damit begonnen hat, ist richtig.

Bereits im Dezember 2020 hatte die Offene Akademie mit meiner Mitwirkung die Stellungnahme »Einspruch: Es gibt kein Restbudget mehr!« veröffentlicht, diese wird auch zitiert. Verschiedene Regierungen und Einrichtungen sprachen nach dem Pariser Klimaabkommen von einem »Restbudget« an CO2, welches die Länder noch emittieren dürften. Wir wiesen nach, dass die Restbudgetberechnungen die Klimaerwärmung signifikant unterschätzen und es dieses Restbudget nicht mehr gab. Durch die Politik des Verkündens von Zielen bei Verzicht auf wirksame Taten hat sich das seither verschlimmert. Wir sind schon sehr nahe an den damals deklarierten angeblich tolerierbaren 1,5 Grad Erderhitzung.

Nach der Weltklimakonferenz COP 28 hat eine regelrechte Verharmlosung eingesetzt. Der Wissenschaftler Markus Rex, der als Leiter der Polarstern-Expedition erschütternde Fakten über die Eisschmelze und Zerstörung der Ozonschicht mitbrachte, äußerte: »Die Vorstellung, dass die Menschheit aufhört zu existieren, wenn wir jetzt nicht sofort alles runterfahren, die ist irrational .... Der Weltuntergang ist nicht nahe, ...« (Süddeutsche Zeitung 23. Oktober 2023). Also dass alles schon nicht so schlimm werden wird? Jedem ernsthaften Wissenschaftler müsste klar sein, dass die ungebremste Entwicklung der jetzt eingesetzten globalen Prozesse nicht nur Millionen, gar Milliarden von Menschenleben kosten wird und eine gigantische Fluchtbewegung auslöst, sondern dass in der Konsequenz die Existenzgrundlagen der Menschheit auf dem Spiel stehen.

Herunterspielen, weil bei den Umweltgipfeln, wie schon immer, nichts herauskommt? In der Tat sind diese zu Veranstaltungen geworden, wo die Profiteure der CO2-Emissionen verhandeln, wie sie aus der durch sie hauptsächlich verursachten Misere noch mehr Profite herausschlagen können. Wir hatten in unserer genannten Stellungnahme auch gezeigt: im Jahr 2015 verursachten 100 internationale Konzerne 71% der globalen industriellen CO2 Emissionen. Unter unseren 149 Unterzeichnern, darunter auch Spezialisten aus Konzernen, hatten wir eine intensive Diskussion: Muss man den Kapitalismus abschaffen, um die Menschheit zu retten? Das wird nun im vorliegenden Buch nochmals eindrücklich nachgewiesen. Die Überausbeutung der Natur ist für die weltbeherrschenden internationalen Konzerne eine ökonomische Notwendigkeit geworden, und ohne die wollen sie nicht existieren, oder können gar nicht, bei Strafe des Hintertreffens gegen die Konkurrenten.

Lieber den Kopf in den Sand stecken? Nein, wir sind in einem Wettlauf mit der Zeit. Es muss darum gehen, das Tempo der Entfaltung der globalen Umweltkatastrophe zu verlangsamen, das Fortschreiten irreversibler Prozesse abzudämpfen und noch nicht irreversibel gewordene Prozesse zu stoppen oder umzukehren. Das Buch ist ein Ergänzungsband zu dem schon im Jahr 2014 erschienenen Titel »Katastrophenalarm—die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur«. Die Autoren des aktuellen Buches sind führende Mitglieder der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD). Ihre Konsequenz, dass der Kapitalismus beseitigt und eine wirkliche sozialistische Gesellschaft errichtet werden muss, ist schlüssig und gut belegt. Ein Zusammengehen von Umwelt- und Arbeiterbewegung ist notwendig. Das Buch entwickelt zahlreiche Vorschläge, die im Kampf gegen die Verursacher und Profiteure durchgesetzt werden können und müssen. Der Untergang der Menschheit in einer globalen Umweltkatastrophe ist kein unausweichliches Schicksal – auch jetzt nicht! Aber es wird Zeit, andere Seiten aufzuziehen, jegliche Illusionen in eine Fortschrittsfähigkeit dieses imperialistischen Gesellschaftssystems aufzugeben und die Hauptverursacher in die Schusslinie zu nehmen.

Prof. Dr. Josef Lutz ist einer der Sprecher der Offenen Akademie



Dieses Buch führt schonungslos und ernüchternd die begonnene Umweltkatastrophe abermals vor Augen. Analytisch werden die Ursachen der bereits begonnenen, weltweiten und unwiederrufbaren Klimaveränderungen dargestellt. Sämtliche Fakten werden offen gelegt und die Folgen beschrieben. Sei es der schwindende Permafrost, wodurch das darin gebundene Methan in die Atmosphäre freigesetzt wird und zu einer heftigen Verstärkung des Treibhauseffekts führen wird, oder aber die Auswirkungen schmelzender Pole, wie die Erhöhung des Meeresspiegels. Untersucht wird auch das Artensterben, der Raubbau an den natürlichen Rohstoffen, die Zerstörung der Weltmeere oder der Ozonschicht, die ausgeweiteten Dürren und Hitzewellen, die ständige neue Rekorde brechen. Um nur ein paar wenige Punkte zu erwähnen.

Alles in allem spannend auf den Punkt gebracht. Das Buch zeigt uns, die Verursacher sind nicht wir alle alleine, sondern vielmehr die Monopolkonzerne. Sie stehen gnadenlos miteinander in Konkurrenz und beuten die Erde bis zu ihrer Vernichtung aus.

In meinem eigenen Berufsfeld erlebe ich selbst die immer häufigeren Starkregenereignisse, Hochwasser und orkanartige Stürme. Die Schäden, die dadurch verursacht werden, sind enorm und allgegenwärtig.

Gut und erfreulich ist, dass die im letzten Kapitel beschriebenen Leitlinien gegen die globale Umweltkatastrophe eine Zukunftsperspektive aufzeigen. Dazu gehören auch strategische Sofortmaßnahmen, was Hoffnung und Mut macht, dass es auf der Erde wieder gerechter zu gehen wird.

Jeder sollte dieses Buch einmal gelesen haben. Auch wenn man manches zweimal lesen musste, hat das Lust gemacht, Fragen selbst weiter zu recherchieren und zu vertiefen.

Umwelt, Politik und Gesellschaft

Bereit 2014 erschien das von einem Autorenkollektiv unter der Leitung von Stefan Engel verfasste, in Form und Inhalt neuartig konzipierte Buch: »Katastrophenalarm! Was tun gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?«

Dieses Buch enthält grundlegende Erkenntnisse zur Entwicklung und zu den gesellschaftspolitischen Hintergründen des Zustandes der Umwelt und den durchweg negativen Tendenzen. Es kann auch als eine Aufarbeitung von Defiziten sozialistischer Politik verstanden werden, überwiegend wiederum ein Verdienst von Personen aus dem Umfeld der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD).

Mit dem jetzt erschienenen Ergänzungsband »Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen!« erfolgen eine Aktualisierung, vertiefende Analysen und Begründungen, insbesondere auf der Basis einer weiteren aktuellen Publikation, in der die Rolle der bürgerlichen Naturwissenschaften hinterfragt wird, dem Buch »Die Krise der bürgerlichen Naturwissenschaft«, erschienen Anfang 2023. Der Ergänzungsband nimmt deshalb auch teilweise kritisch Bezug zu verschiedenen früheren Publikationen einzelner Autorinnen und Autoren des bürgerlichen Lagers. Positiv hervorgehoben werden Rachel Carson, eine Pionierin des Schutzes unserer Lebensgrundlagen, die in den 1960er Jahren in ihrem Buch »Der stumme Frühling« zeitig eindringlich über die Gefahren des Pestizideinsatzes informierte, und prinzipiell auch der Club of Rome, der Anfang der 1970er Jahre den Bericht »Die Grenzen des Wachstums« veröffentlichte. Beide Publikationen hatten kurzzeitig einen bemerkenswerten Einfluss auf die politische Debatte. Ein weiterer Akteur, dessen Wirken positiv bewertet wird, ist der ganzheitlich orientierte deutsche Forstwissenschaftler, Peter Wohlleben. Darüber hinaus werden einige Autoren bedeutender Arbeiten zitiert. Differenzierte Kritik gilt unter anderen dem Weltklimarat (IPCC), der UN und auch den Nichtregierungsorganisation Fridays for Future oder Campact. Die zahlreichen traditionellen Umwelt-, Naturschutz- und Tierschutzorganisationen sowie Bürgerinitiativen werden nicht besonders erwähnt. Erste Naturschutzorganisationen gründeten sich bereits Ende des 19. Jahrhundert, Bürgerinitiativen entstanden in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts. Ihre Arbeit wird also auch nicht kritisiert, ihre politische Rolle jedoch ebenso wie die vieler Wissenschaftler offensichtlich als eher systemstabilisierend betrachtet. Den neuen Gesamtband beschreiben die Autorinnen und Autoren als Ergebnis dialektisch-materialistischer Forschungs- und Erkenntnisfortschritts.

Die Titelwahl kann Verwunderung auslösen, soll sicher die Tatsache der in den letzten Jahrzehnten deutlicher gestiegenen, besonders der als global zu betrachtenden Umweltprobleme in den Focus rücken. Grundsätzlich bleibt es problematisch, Begriffe wie »Krise« und »Katastrophe«, die durchaus ebenso von anderen Autoren verwendet werden, exakt zu definieren. Auch zur politischen und psychologischen Wirkung solcher Begriffe gibt es zumindest unterschiedliche Bewertungen. Die Hauptprobleme sind die fortschreitenden, weitgehend an ungleichen Machtverhältnissen gebundenen massiven, in den letzten Jahrzehnten noch verstärkten Energie- und Gesamtressourcenverbräuche mit ihren negativen Auswirkungen auf die Landschaften und die Böden, auf die Luft, die Gewässer, auf Tiere und Pflanzen und auf die betroffenen Menschen. Hinzu kommen enorme monetäre Belastungen. Zum Artensterben sind in den letzten Jahren spezielle Publikationen, wie »Das Ende der Evolution« von Matthias Glaubrecht, erschienen.

Die Auswirkungen auf Natur, Umwelt und auf Menschen können in den verschiedenen Regionen der Welt, aber auch lokal, sehr unterschiedlich sein. Deshalb sind differenzierte Betrachtungen notwendig. Viele Entwicklungen sind nur schwer durchschaubar, viele Entscheider sind selbst überfordert und haben zudem meist wenig Interesse an Transparenz, die, zur Sicherung ihrer Macht und Profitinteressen, deshalb durch Propaganda verhindert werden soll. Dies gilt prinzipiell auch für Gegen- und Schutzmaßnahmen, deren Wechselwirkungen nicht erkannt oder missachtet werden und deshalb zu neuen Problemen oder zur Verlagerung von Problemen führen.

Zu den Begrenzungen von negativen Auswirkungen wirtschaftlicher Tätigkeiten zeigt das Buch zahlreiche Möglichkeiten und Notwendigkeiten auf. Dies sind insbesondere die internationale, sozialistische Ausrichtung, die Förderung einer bewussten Lebensweise im Einklang mit der Natur, der Auf- und Ausbau einer umfassenden Kreislauf- und Regionalwirtschaft, die Zurückdrängung der monopolistischen Agrarwirtschaft mit ihrer industriellen Fleischproduktion und der Monokulturen, die Umsetzung von Renaturierungskonzepten, der Widerstand gegen Krieg und Vertreibung. Darüber hinaus werden zahlreiche konkretere Maßnahmen genannt und beschrieben. Entscheidend ist selbstverständlich die Umsetzung der Strategien und Maßnahmen. Dabei ergibt sich das grundsätzliche Dilemma, dass kleine und mittlere Maßnahmen eher zur Stabilisierung der gesellschaftlichen Verhältnisse beitragen, umfassende Maßnahmen prinzipiell nur durch gesellschaftliche Transfomationen, gesellschaftsverändernden Kämpfe, gelingen können. Die Schlussfolgerung wäre eine abgestimmte Doppelstrategie möglichst vieler Akteure, die sich durchaus aus den Inhalten des Buches ableiten lässt.

Da die Rolle der Wissenschaften ist zweifelhaft, unzureichend und sie bewegt sich sogar in die falsche Richtung, wie besonders deutlich der Einsatz von Pestiziden zeigt, der in den besprochenen Publikationen ausführlich dargestellt wird. Auch deshalb ist es außerordentlich wichtig, ja unverzichtbar, Laien, insbesondere Betroffene, in Entscheidungsprozesse mit einzubeziehen. Dies muss in offenen Diskursen mit echter Mitbestimmung geschehen. Der Mangel an Transparenz und die Nichtberücksichtigung von Betroffenen, von Arbeitnehmern, von Vertretern des Natur- und Tierschutzes ist eklatant. Insbesondere zur Energiefrage sind dauerhafte und unproblematische Lösungen selbst dann nicht vorhanden, wenn der Wachstumsfetischismus halbwegs beherrscht werden kann. Deshalb geht es schließlich darum, den gesamten Ressourcenverbrauch drastisch zu reduzieren, einschließlich des Flächenverbrauchs, um zumindest die Nahrungsmittelversorgung und die Versorgung mit nachwachsenden Rohstoffen zu sichern. Die beabsichtigte Durchführung einer neuen Umweltkonferenz könnte dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Es kommt allerdings darauf an, eine richtige Auswahl von Themen und Akteuren zu treffen.


Klaus Peters

Engel, Stefan / Gärtner-Engel, Monika / Fechtner, Gabi: »Die globale Umweltkatastrophe hat begonnen«, 131 Seiten, 2023, 14,50 Euro



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